(Pressemitteilung des Landkreises Vorpommern vom 06.02.2017)

Häufig gehen Bürger unter Berufung auf die Landespflanzenabfallverordnung davon aus, dass das Verbrennen von pflanzlichen Abfällen im März und Oktober zulässig sei. Dies trifft aber nicht zu, wenn durch den zuständigen Abfallentsorger ein flächendeckendes Entsorgungssystem für pflanzliche Abfälle zur Verfügung gestellt wird. Da der Landkreis Vorpommern-Rügen ein Entsorgungssystem zur Verfügung stellt, ist nach der geltenden Rechtslage das Verbrennen pflanzlicher Abfälle unzulässig. Lediglich in Einzelfällen können auf Antrag Ausnahmegenehmigungen zum Verbrennen pflanzlicher Abfälle erteilt werden. Entsprechend begründete Anträge sind zu stellen an: Landkreis Vorpommern-Rügen, Fachgebiet Umweltschutz, Carl-Heydemann-Ring 67, 18437 Stralsund.

Liebe Elmenhorsterinnen und Elmenhorster,

zu dieser, für mich auch überraschenden Pressemitteilung, gibt es im Landkreis Vorpommern-Rügen sehr unterschiedliche Diskussionen, wenn auch vorrangig sehr Negative. Vielen Bürgerinnen und Bürger des Landkreises verstehen hier nicht, wie die Behörden, in dem Fall der Landkreis, in diesem Fall mit den Einwohnern, vor allem im ländlichen Raum, umgeht.

Hier mal einige Auszüge aus der Presse der letzten Tage:

– Dirk Reiher aus Ribnitz-Damgarten sieht dahinter die „typische Regulierungswut“. „Das funktioniert doch auf dem Dorf nicht. Dann wird jetzt wieder alles im Wald abgeladen“, befürchtet er.

– Christiane Latendorf (Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Kreistag). „Wir sind ebenfalls befremdet über diese Art, mit der Bevölkerung unseres Kreises umzugehen. Wieder wird ein Stück Vertrauen in Politik und Verwaltung verspielt.“ Die Fraktionschefin sieht durchaus noch eine Reihe offener Fragen und Spielraum für den Landkreis innerhalb der Landespflanzenabfallverordnung, auf die er sich bei seinem Verbot beruft. So müsse geklärt werden, wie die Entsorgung von Gartenabfällen in den Kleingartenanlagen funktionieren soll, wenn sie nicht mehr verbrannt werden dürfen. „Wie soll mit Pflanzen umgegangen werden, die von ansteckenden Krankheiten und Schädlingen befallen sind? Aus Sicht unserer Fraktion ist auch zu befürchten, dass es wieder vermehrt zu Entsorgungen von Abfällen im Umfeld von Siedlungsstandorten kommen wird. Diese Sorgen teilen auch Bürgermeister der Gemeinden“, sagt Latendorf und fordert „ein Überdenken der Sinnhaftigkeit sowie der Notwendigkeit dieser Maßnahme durch den Landkreis“.

– Kerstin Dait schreibt: „Glaube nicht, dass das einen auf son Dörfchen nervt. Viele werden sich da nicht dran halten.“

– Ronny Spietz meint: „Die werden dann bestimmt verstärkt Kontrollen machen. Das ist ne Geldgoldgrube. Als nächstes wird bestimmt das Osterfeuer verboten und danach das Verbrennen der Weihnachtsbäume.“

– Walter Scholz ist sicher: „Ist doch ganz klar, der Kreis hat da wieder eine Einnahmequelle entdeckt.“

– Werner Kindler bescheinigt „hiermit den verantwortlichen Mitarbeitern des Landkreises Vorpommern-Rügen, dass sie nicht den blassesten Schimmer davon haben, was auf ländlichen Grundstücken an Grünschnitt und Astwerk so alles anfällt und natürlich auch zum größten Teil kompostiert wird. Aber man kann nicht alles kompostieren, wenn auf dem Grundstück mehr als 100 Bäume stehen.“

Andere können dem Verbot durchaus Positives abgewinnen. Katrin Wank beispielsweise hält den Weg für machbar: „Ich finde es richtig. Wir haben Anhängerkupplung und Anhänger gekauft, um unsere 700 Quadratmeter Garten zu bewirtschaften. Ich finde es toll, dass unsere Nachbarn das genau so machen – keine Belästigung durch stinkigen Qualm.“

„Feuerschalen sind übrigens von dem Verbot nicht betroffen – wenn es sich denn um trockenes Feuerholz handelt, das auch im Kamin oder Ofen verbrannt werden dürfte“, sagt Dr. Bernd Liebelt aus der Kreisverwaltung. Wie es sich in Fragen Osterfeuer verhält, werden wir noch hinterfragen.

Die Pressemitteilung war auch am Mittwoch Gegenstand der Diskussion im Amtsausschuss des Amtes Miltzow. Der Ausschuss hat in dieser Sitzung beschlossen, das strikte Verbrennungsverbot aufgrund der im Gesetz geforderten Zumutbarkeit für andere Entsorgungsmöglichkeiten einstimmig abzulehnen. Dieser Beschluss wird dem Landrat sowie den Fraktionsvorsitzenden im Kreistag zugeleitet. In diesem Sinne bitte ich Sie, sich hier einfach weiter zu informieren, wie sich die Sache entwickelt. Der 1. März ist nicht mehr weit!!!

Dr. Rudi Wendorf
Bürgermeister