Hunderte Besucher in Elmenhorst, Hohenwieden und Bretwisch

Grimmen. Ein Blick hinter die Kulissen, sei es in Gewächshäuser, in eine ehemalige Mühle oder in Stallanlagen: Ganz unterschiedlich präsentierten sich die drei Bio-Höfe in Elmenhorst, Hohenwieden und Bretwisch, die im Rahmen der Bio-Landpartie zu sich einluden. Das Interesse war riesig.

„Alter Pfarrhof“: Kundenstamm verfünffacht

Dicht gedrängt stehen die jungen Erwachsenen und Kinder um den großen Tisch im Zelt auf dem „Alten Pfarrhof“ in Elmenhorst. Klaas Sow, ein Senegalese, der auf dem Hof eine Ausbildung zum Landwirt absolviert hat und jetzt dort arbeitet, sowie Schülerin Flora Paulick geben Anleitung zur Käseherstellung. Der Andrang zeigt, wie groß das Interesse an Bio-Produkten ist. Gespannt lauscht der siebenjährige Jona Felder den Ausführungen des Senegalesen und befolgt dessen Anweisungen akribisch. Temperatur der Milch messen, unter langsamem Rühren das Lab, ein Gemisch aus den Enzymen Chymosin und Pepsin, das aus dem Magen milchtrinkender junger Wiederkäuer gewonnen wird, hinzugeben. Seine Mama Katja Streller ist ihm behilflich. „Wir kennen die Produkte dieses Hofes, kaufen sie in Stralsund“, berichtet die junge Frau aus Stralsund. Die Familie lege viel Wert auf Bio-Lebensmittel und Produkte aus der Region. Auf dem „Alten Pfarrhof“ sind sie das erste Mal. „Es ist schön, dass man hier sehen kann, wo die Produkte herkommen und erfährt, wie sie entstehen“, sagt sie. Fabienne Lüth, die ebenfalls aus Stralsund gekommen ist, pflichtet ihr bei. „Wichtig ist es auch, die Kinder früh an das Thema gesunde Ernährung heranzuführen“, fügt sie hinzu. Lebensmittel aus ökologisch kontrolliertem Anbau würden da einfach dazugehören, meint sie.

Seit 1996 wächst der „Alte Pfarrhof“ in Elmenhorst kontinuierlich. Inhaberin Claudia Resthöft weiß: „Das Interesse der Verbraucher an Bio-Lebensmitteln ist größer geworden.“ Das würde sie am Kundenstamm deutlich merken, mit Eröffnung des Hofcafés habe sich der sogar verfünffacht. Angefangen mit biologischer Landwirtschaft kam zwei Jahre später die Käserei hinzu, dann die Backstube und schließlich im vergangenen Jahr das Café. „Letzteres konnten wir mit einer Förderung durch das Modellvorhaben Land(auf)schwung verwirklichen“, erzählt Claudia Resthöft während die kleinen und großen Käser noch in der Hofkäseschule ihren eigenen Käse herstellen, andere auf den Strohballen herumtollen oder sich auf dem Hof umsehen, auf dem 40 Milchkühe der alten Rasse „Deutsches Schwarzbuntes Niederungsrind“, Jungtiere und ein Zuchtbulle sowie einige Schweine leben.

FOTO: Anja Krüger

Artikel der OZ (Lokal Grimmen) vom 24.09.2018