Jahre währte der Kampf um Fördergelder für die Straßensanierung in Elmenhorst / Baustart im April

Elmenhorst. Elmenhorsts Bürgermeister Dr. Rudi Wendorf und Petra Skorupski als Bauausschussvorsitzende haben schon fast nicht mehr daran geglaubt, die Anwohner der Straße Neu Elmenhorst schon gleich gar nicht. Nun wird es aber tatsächlich wahr: Noch im April erfolgt der Baustart für die Sanierung der Straße in Elmenhorst.

Vor 14 Tagen flatterte die Baugenehmigung dafür ins Haus. Jene, die im September 2014 beantragt wurde. Als Straße kann der Abschnitt ab dem dort ansässigen Landwirtschaftsbetrieb bis zum Ortsausgang kaum mehr bezeichnet werden. Mittlerweile zerbrochene Betonplatten, die wohl Mitte der 1970-er Jahre verlegt worden sind, Löcher und Senken, in denen bei Regenwetter das Wasser steht, sind eine Herausforderung für jeden Pkw.

Auf der Bürgerversammlung am Montagabend wurden die Anlieger nun über die bald beginnenden Bauarbeiten informiert. Auf einer Strecke von circa 1600 Metern wird gebaut, wie Geert-Christoph Seidlein vom Planungsbüro informiert. Künftig wird es dann auf zwei jeweils einen Meter breiten Betonspuren entlanggehen. „Sowohl Rand- als auch der ein Meter breite Streifen zwischen den Spuren wird mit Schotter befestigt“, informiert der Planer. Auch Ausweichstellen werden geschaffen.

Beginnend am Ortsausgang werden aber zuerst in Abschnitten die alten Betonplatten entfernt, anschließend der Unterbau mit Schotter- und Frostschutzschicht hergestellt. Etwa vier Monate werden die Bauarbeiten dauern. „Und diese werden mit Problemen für die Anwohner verbunden sein“, sagt das Gemeindeoberhaupt deutlich. Nicht nur, dass zeitweise die Gehöfte nicht angefahren werden können – ebenso nicht vom Rettungsdienst – auch über Postzustellung, Müllentsorgung und Busverkehr hat man sich zuvor Gedanken machen müssen.

„Richtig kritisch wird es, wenn die Spuren gegossen werden“, informiert Seidlein. „Denn der Beton muss erst einige Tage aushärten, bevor er befahrbar ist, und auch die Zufahrten zu den Grundstücken gegossen werden können.“ Für diese Zeiten werden Abstellflächen geschaffen. „Diesbezüglich ist die Agrargesellschaft sehr kooperativ, stellt Flächen zur Verfügung“, informiert Rudi Wendorf. Zum Thema Mülltonnen gab es gute Nachrichten von Hartmuth Badke von der bauausführenden Firma Badke Baustoffe GmbH aus Rhinow. „Die Mülltonnen werden von uns zu einem Sammelplatz und nach der Leerung auch wieder zum Gehöft gefahren“, informiert er.

In Sachen Rettungsdienst rät er dem Bürgermeister, sich mit der Leitstelle in Verbindung zu setzen. „Von anderen Baustellen weiß ich, dass Rettungswagen definitiv nicht durch so eine fahren. Wenn es einen Notfall gibt, muss der Helikopter kommen“, sagt er. Für Feuerwehrfahrzeuge werde es dagegen eine Lösung geben – solange die Betonspuren noch nicht gegossen sind, teilt Badke auf die Nachfrage des Elmenhorster Wehrführers Hartmut Penz mit. Für die Postzustellung, diese Idee ergab sich am Info-Abend, sollen Briefkästen der Anwohner an einer Sammelstelle aufgehängt werden.

Rund 513 000 Euro kostet die Baumaßnahme. Die Finanzierung auf die Beine zu stellen, war die große Hürde und der Grund, warum vom Bauantrag bis jetzt mehrere Jahre ins Land gingen. „Aufgrund der Finanzlage unserer Gemeinde konnten wir diese Maßnahme nicht allein stemmen“, erklärt Wendorf noch einmal. Im Sommer des vergangenen Jahres stand dann erstmals fest: Buckelpiste adé. „Am Jahresende drohte die Sache noch einmal zu kippen. Aber dank Unterstützung des Landeswirtschaftsministers Harry Glawe kann es jetzt tatsächlich losgehen“, freut sich Wendorf. Und letztlich hat das Warten sogar etwas Gutes für die Anlieger. Denn: „Die Finanzierung konnten wir nur mit Anwohnerbeiträgen in Höhe von insgesamt 24 800 Euro auf die Beine stellen. Doch diese werden nun, auf Beschluss des Landtages hin, vom Land übernommen“, berichtet Wendorf.


Keine Kosten für die Anwohner

Rund 513 000 Euro kostet die Sanierung der Straße Neu Elmenhorst.

Auf einer Strecke von 1600 Metern wird ein Plattenweg – gebaut Mitte
der 70er Jahre – durch Betonspurbahnen ersetzt. Sowohl Mittelstreifen als auch Randstreifen werden mit Schotter befestigt.

373 000 Euro erhält die Gemeinde aus dem Topf zur Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung. Zusätzlich wird die Maßnahme mit 74 700 Euro Kofinanzierungsmitteln
unterstützt. 24 900 Euro beträgt der Eigenanteil der Gemeinde.

Die in die Finanzierung eingerechneten Anwohnerbeiträge übernimmt das Land, da der Landtag den Wegfall der Straßenausbaubeiträge beschlossen hat.

FOTO: ANJA KRÜGER

Artikel der OZ (Lokal Grimmen) vom 20.03.2019

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