Amtsinhaber Rudi Wendorf (CDU) tritt bei der Wahl am 26. Mai gegen den bekannten Auto- und Möbelpolsterer Karsten Lahs (Einzelbewerber) an.

Elmenhorst. Unterschiedlicher könnten die beiden Männer, die sich um den Posten des Bürgermeisters in Elmenhorst bewerben, wohl kaum sein. Diplomingenieur Dr. Rudi Wendorf aus den Reihen der CDU arbeitet seit sieben Jahren als ehrenamtliches Gemeindeoberhaupt. Nun wird er bei der Kommunalwahl am 26. Mai vom parteilosen Auto- und Möbelpolsterer Karsten Lahs herausgefordert, der als Einzelbewerber antritt.

Lahs lebt seit 1981 in Elmenhorst und ist mit der Entwicklung des Ortes nicht zufrieden. „Seit einiger Zeit geht es immer mehr den Berg runter“, sagt der 59-Jährige und spielt damit auf die Schließung von Arztpraxen, Sparkasse, Gaststätte und Schule an. Falls er die Wahl gewinnt, möchte er die verbliebenen Gewerbetreibenden des Ortes regelmäßig „an einen Tisch“ holen. „Denn sie, die Feuerwehr und Vereine sind die Eckpfeiler, die eine Gemeinde tragen – nicht ein Bürgermeister. Der sollte sich nur als Sprachrohr der Menschen verstehen.“ Karsten Lahs sagt selbst von sich, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt und nichts versprechen würde, was er nicht halten kann. „Wie sagte Bismarck? Es wird nie so viel gelogen wie vor den Wahlen, im Krieg und nach der Jagd. Er meinte damit bestimmt die Jagd auf Wählerstimmen, denn da ist so manch einem alles recht, um ans Ziel zu kommen.“

Auf Werbung, wie Flyer oder Plakate, verzichtet er gänzlich vor der Wahl. Auch eine Bürgermeistersprechstunde würde es bei ihm nicht geben. „Die Leute wissen, wo meine Werkstatt ist und können während der Öffnungszeiten immer zu mir kommen.“ Seit 2006 führt er seine Firma „Auto- und Möbelpolsterei Lahs“. „Das Führen einer Gemeinde gestaltet sich ähnlich, wie das Führen eines Betriebes, man muss betriebswirtschaftlich rechnen, sonst geht man pleite.“

Seit sieben Jahren führt Rudi Wendorf die Geschicke der Gemeinde und blickt dabei auf viel Erreichtes zurück. Sei es nun die Finanzierung der Straßensanierung Neu-Elmenhorst, die den Bürgermeister viel Zeit und Nerven kostete, oder die Anschaffung von zwei neuen Fahrzeugen für die Feuerwehr, über die sich Wehrführer und Listen-Kandidat Helmut Penz (CDU) noch immer freut: „Die Zusammenarbeit mit Rudi war immer gut, wir sind ein gutes Team.“ Seit fast 30 Jahren ist Penz als Wehrführer in Elmenhorst aktiv.

Neu ist in der kommenden Legislaturperiode auch, dass sich die Wählergemeinschaft auflöste. Lediglich Forstbeamtin Petra Skorupski ließ sich weiterhin aufstellen, nun jedoch als Einzelbewerberin. Bürgermeister Rudi Wendorf bedauert die Entscheidung der Wählergemeinschaft: „Vielseitigkeit, das gehört für mich zur Demokratie dazu.“

Nun bewerben sich also zehn CDU-Mitglieder und zwei Einzelbewerber um die acht Plätze in der Gemeindevertretung. „50 Prozent der Kandidaten sind weiblich. Wir konnten auch einige junge Gesichter für die Lokalpolitik gewinnen“, sagt Rudi Wendorf. Eine von ihnen ist Diplom-Betriebswirtin Sandra Jahn (39), die sich bereits als sachkundige Bürgerin im Finanzausschuss bewährte und beruflich um die Finanzen der Abfallwirtschaft im Landkreis kümmert. Nach zehn Jahren sei sie zurück in ihre alte Heimat Elmenhorst gekehrt: „weil das Dorf und das Leben hier Charme haben. Der Zusammenhalt ist groß.“ Und genau darum möchte Sandra Jahn sich künftig auch aktiv in das Gemeindeleben einmischen.

Carolin Riemer

FOTO: PHILIP SCHÜLERMANN

Artikel der OZ (Lokal Grimmen) vom 04./05..05.2019

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