Helga Dürkoop, Gudrun Krüth und Gisela Arbeiter sind Kehlen der ersten Stunde

Elmenhorst. Singen macht glücklich und hält gesund. Für das, was mittlerweile mehrere Studien beweisen, ist Helga Dürkoop das lebende Beispiel. Mit ihren 81 Jahren ist sie das älteste Mitglied im Kirchenchor Elmenhorst. Und neben Gudrun Krüth und Gisela Arbeiter auch eine von jenen Damen, die bereits von Beginn an im Klangkörper mitwirken.

Vor 25 Jahren wurde dieser gegründet und feiert morgen mit einem Konzert und anschließendem Gemeindefest sein Jubiläum. „Wir haben zuvor privat schon gern gesungen“, erzählt die Seniorin. Irgendwann sei dann die Idee geboren, einen Chor zu gründen. Kurzerhand fertigte die Elmenhorsterin Gudrun Krüth ein Plakat – rief zum Mitsingen auf. „Das Plakat, ich hatte es an die Tür unseres Einkaufsladens gepinnt, musste ich aber wieder entfernen. Einer unserer zugewanderten Obrigkeiten wies das an. Aber ich hatte einen netten jungen Nachbarn, der baute mir eine Holztafel mit Stiel. Darauf kam das Plakat und das stellte ich dann so auf“, erzählt die 74-Jährige.

Und tatsächlich fand sich ein kleiner Chor zusammen. „Unseren ersten Auftritt hatten wir dann bei der Hochzeit von Elisabeth Piehl, die hier damals Pastorin war“, erzählt sie weiter. Heute zählt der Klangkörper 12 Mitglieder. Geleitet wird er von Tanja Jericho. Immer donnerstags um 19 Uhr treffen sich die Damen und Herren im Pfarrhaus zum Proben. „Das ist hier aber nicht so streng. Wir machen das schließlich, weil wir Spaß am Singen haben“, sagt Gudrun Krüth. „Es ist eine tolle Gemeinschaft. Es geht immer fröhlich zu und wir lachen viel“, berichtet auch Pastorin Viviane Schulz, die seit rund einem Jahr ebenfalls Mitglied des Chors ist. Das Schöne sei, sagt sie, dass es Mitglieder gebe, die zuvor keine Berührungspunkte mit der Kirche gehabt hätten. Und auch diese würden sich in dieser Gemeinschaft wohlfühlen. „Weil wir eben nicht nur Choräle singen“, weiß Chorleiterin Tanja Jericho. „Die Geschmäcker unserer Mitglieder, die übrigens aus dem gesamten Umland kommen, sind ganz verschieden. Und so ist auch unser Repertoire sehr vielseitig“, erzählt sie. „Ich singe zum Beispiel gerne etwas Flottes“, erzählt Gudrun Krüth. Auch Gospel würden gern vom Chor gesungen werden, ebenso wie weltliche Lieder. Es mache sehr viel Spaß, sagt sie.

Zu seinem Jubiläumskonzert hat sich die Singgemeinschaft die Chöre Steinhagen und Franzburg-Richtenberg eingeladen. „Um 10 Uhr treffen wir uns alle zu einer gemeinsamen Probe in der Kirche in Elmenhorst“, berichtet die Chorleiterin. Die Probe ist öffentlich und kann gern besucht werden. „Wer das Mitsingen schon einmal ausprobieren möchte, ist herzlich dazu eingeladen“, sagt sie. Denn beim Konzert am Nachmittag wollen nicht nur die Chöre allein beziehungsweise gemeinsam, sondern auch mit den Gästen singen. „Aber auch bei unseren Proben können immer Interessierte reinschauen“, wirbt die Chorleiterin um neue Mitglieder. Dabei sei es nicht wichtig, Noten lesen zu können. „Und es ist auch nicht schlimm, wenn anfangs nicht jeder Ton sitzt“, sagt sie.

Mit dem Konzert morgen um 14 Uhr ist des Chorjubiläums aber noch nicht Genüge getan. Im Anschluss wird ins Pfarrhaus in Abtshagen zum Gemeindefest eingeladen. „Das heißt immer, viel und gut essen sowie Spaß haben“, scherzt Tanja Jericho. Denn auch dort werde sich die Gemeinschaft wieder zeigen, wenn die Kirchengemeindemitglieder köstliche Speisen auftafeln und sie selbst zu ein paar witzigen Spielen animiert. „Bei denen es wohl diesmal auch musikalisch zugeht“, macht sie neugierig.

Anja Krüger

FOTO: ANJA KRÜGER

Artikel der OZ (Lokal Grimmen) vom 11.08.2018