Artikel der OZ - Lokal Grimmen vom 30.03.2017

Viviane Schulz ist für die Kirchgemeinden Elmenhorst und Abtshagen zuständig

Abtshagen / Elmenhorst. Umzugskartons stapeln sich im Flur und in diversen Räumen des Elmenhorster Pfarrhauses. Pastorin Viviane Schulz ist in Pommern angekommen, in ihrem neuen Zuhause in der Schulstraße des Dorfes noch nicht ganz. Die 38-Jährige stammt ursprünglich aus Rheinland-Pfalz, war nach Krankenschwesterausbildung, Theologiestudium – das Examen legte sie in Leipzig ab – zunächst als Vikarin in Bautzen und schließlich als Pastorin vier Jahre lang in Massow bei Röbel tätig.

„Mein Wechsel hierher erfolgte auf persönlichen Wunsch“, sagt die quirlige, energiegeladene Frau, der man ansieht, dass sie sich auf die neuen Herausforderungen freut. „Meine Familie ist seit Jahren auf den Spuren ihrer Geschichte unterwegs, und die führten uns hierher“, erklärt sie. Die Urgroßmutter von Viviane Schulz stammt aus Greifswald. „Sie war sehr kirchlich und hat wiederum meine Mutter als Kind sehr geprägt“, erzählt die dunkelhaarige Mutter eines dreijährigen Sohnes weiter. 1954 sei die Urgroßmutter von Greifswald aus in ein Altenheim in Düsseldorf übergesiedelt. Viviane Schulz hat später in vielen langen Gesprächen mit ihrer Mutter jede Menge aus der pommerschen Zeit der Familie erfahren.

„Bis der Entschluss feststand: Wir gehen zurück“, sagt sie lachend. Das sei bis heute – ab 1. März leitet sie offiziell die Geschicke der beiden vorpommerschen Kirchgemeinden – ein langer und persönlich zum Teil steiniger Weg gewesen. Ins mecklenburgische Massow wurde sie nach einer Bewerbung nach Vorpommern noch entsendet, nach Vorpommern bewarb sie sich schließlich selbst. „Zuvor war der Wechsel der Landeskirche gar nicht so einfach“, umreißt Viviane Schulz einige bürokratische Hürden auf dem Weg von Sachsen nach MV. Und schließlich sei irgendwo zwischen Berufsstart und unterschiedlichen Lebenszielen ihre junge Ehe auf der Strecke geblieben. „Das war hart und nicht einfach – auch wegen meines Berufes.“ Aber schließlich sei vielleicht auch deshalb ihre Familie, die komplett nach Elmenhorst umsiedelte, bunter als andere, meint sie. Im November 2013 wurde ihr Sohn geboren, ihre Eltern zogen zunächst nach Massow und jetzt mit ihr ins Elmenhorster Pfarrhaus. „Und auch meine Schwester ist nachgezogen und wohnt inzwischen mit ihrem Mann in Pritzwalk, will aber künftig in Greifswald noch einmal studieren.“ Ihre Eltern seien ihr beim Neustart mit kleinem Kind eine große Hilfe. „Ich kann flexibler arbeiten, nicht immer ist alles planbar.“ Auch die Gemeinde habe sich in den vergangenen Wochen sehr für sie eingesetzt. „Meine Vorgänger, das Ehepaar Piehl, haben mehr als 30 Jahre lang im Pfarrhaus gelebt.“ Jetzt wurde es komplett renoviert. Besonders der Kirchenälteste Stefan Kurth habe sich gemeinsam mit ihrer Vakanzvertretung, Pastorin Dobbe, sehr engagiert, erwähnt Viviane Schulz dankbar.

Von Piehls habe die junge Pfarrerin ein großes, aber auch sehr gutes Erbe übernommen, ist sie sich sicher. „Beide waren und sind hier tief verwurzelt, und das soll auch so bleiben“, wünscht sie sich.

Stück für Stück soll aus allem Neuen zwischen Elmenhorst und Abtshagen für Viviane Schulz Bekanntes und auch Alltägliches werden. Ihr Sohn beispielsweise besucht schon bald die Kita im Dorf. Die Kinder und Jugendarbeit läuft an, auch wenn noch längst nicht alle Möbel im Pfarrhaus an den richtigen Platz gerückt sind. „Ich bin sehr darauf gespannt, es gibt viele junge Leute hier und ich wurde schon gefragt, wie es jetzt beispielsweise mit der Christenlehre weitergeht.“ Heute ist übrigens der erste Christenlehre-Termin mit der neuen Pastorin. Wichtig sei es ihr, viele Kontakte zu bekommen.

Gleichzeitig wünscht sich die Pastorin, dass die Einwohner den Kontakt zu ihr und zu ihrer Kirche suchen und finden. Da sei es zunächst nicht ausschlaggebend, ob sie Mitglieder seien oder nicht und, ob sich schließlich alle Jugendliche des Konfirmandenkreises firmen lassen oder lediglich viel Gutes und Wissenwertes für ihre Zukunft mitnehmen. „Das Christentum ist einladend gemeint, nicht ausschließend“, ist sie überzeugt. Überzeugt ist Viviane Schulz auch davon, dass sie allein gar nichts bewirken kann. „Ich brauche Menschen, die mitziehen; sei es im Förderverein in Abtshagen, in Gruppen oder im Gemeinderat.“