In unseren Dörfern kann bald so schnell im Netz gesurft werden wie in Berlin und Hamburg. In Klein Kedingshagen wurde gestern mit viel Tamtam das erste Kabel verlegt.

Klein Kedingshagen. Die Telekom will bis Ende 2019 rund 40000 Haushalte und Unternehmen in 63 Gemeinden auf dem Festlandteil des Landkreises mit schnellen Internetanschlüssen versorgen. Gestern wurde im Beisein von Vorstandschef Timotheus Höttges feierlich mit dem Ausbau begonnen. „Ich bitte um Nachsicht, dass wir so einen Wirbel in Ihrem Ort veranstalten. Ich muss Ihnen leider mitteilen, dass das erst der Anfang sein wird, denn ab heute wird überall gebaut“, sagte der Telekom-Boss. 1700 Kilometer Glasfaser will das Unternehmen jetzt verlegen. Damit ist es das derzeit größte Glasfaser-Projekt in ganz Deutschland.

118 Millionen Euro Fördermittel von Bund und Land fließen in den Breitbandausbau der Region. Ziel ist es, unterversorgte Haushalte mit weniger als 30 Megabit pro Sekunde mit schnellen Glasfaser-Anschlüssen zu versorgen. Damit sind Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde möglich. Die Telekom hat sich bei einem Ausschreibungsverfahren durchgesetzt. Der Konzern beteiligt sich ebenfalls finanziell an dem Projekt. Doch nur mit dem zusätzlichen Fördergeld lässt sich der Netzausbau im dünn besiedelten Vorpommern wirtschaftlich umsetzen. Weitere 34 Millionen Euro fließen auf die Insel Rügen, wo der Ausbau durch den dortigen Zweckverband bereits vor einem Jahr begonnen hat.

„Das ist eine wirtschaftliche Chance für unsere Unternehmen. Wir können werben mit einem Land, wo andere Urlaub machen, aber mit Breitband wie in der City von Hamburg oder Berlin“, sagte Christian Pegel (SPD), Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung.

Doch mit schnellen Glasfaserkabeln in der Erde sind noch lange nicht alle Probleme gelöst – das musste auch Telekom-Chef Timotheus Höttges auf der Fahrt nach Klein Kedingshagen feststellen. „Auf dem Weg hierhin habe ich mich mit dem Thema Funklöcher beschäftigen müssen“, sagte er. Höttges kündigte an, sich der Sache anzunehmen. Die Telekom wolle in diesem Jahr 100 Millionen Euro extra in die Hand nehmen, um Funklöcher zu schließen. Höttges: „Das ist auch ein Beitrag für die Digitalisierung.“

Das kann die neue Technik

  • Beim Glasfaser-Ausbau wird die Leitung bis ins Haus verlegt. Die Signale werden durchgehend optisch übertragen. Kupferkabel mit elektrischer Signalübertragung gibt es in diesem Netz nicht mehr.
  • Mit der neuen Technik kann eine Geschwindigkeit von bis zu einem Gigabit pro Sekunde beim Herunterladen und 500 Megabit pro Sekunde beim Hochladen erreicht werden.
  • Wer Interesse an einem Anschluss hat, aber noch nicht von der Telekom kontaktiert wurde, kann sich unter www.telekom.de/mecklenburg-vorpommern registrieren. Voraussetzung ist, dass das Haus in einem Ausbaugebiet liegt.Alexander Müller

 

Einige Bemerkungen zur Situation in Elmenhorst

Nach Informationen aus dieser Veranstaltung und einer Anlaufberatung im Amt Miltzow gibt es für Elmenhorst folgende Sachen zu beachten:

  • ca. 40 % der Einwohner von Elmenhorst, die bereits Antragsformulare bei der Telekom eingereicht haben, fanden in der bisherigen Bearbeitung der Telekom noch keine Berücksichtigung (die sind vollkommen überfordert); diese Anträge werden bis Ende April/Anfang Mai beantwortet.
  • Wer noch keinen Antrag gestellt hat, kann das bis Ende April/Anfang Mai noch machen (der absolute Endtermin für eine Antragstellung wird uns noch bekanntgegeben)
  • Haushalte mit einer Versorgungsrate von mehr als 30 Megabit pro Sekunde werden in dieser Förderrunde keinen Glasfaseranschluss bekommen – dies betrfift für Elmenhorst die Grundstücke, die ca. in einem Umkreis von 500 Metern an einer sogenannten Hauptverteilerstation der Telekom liegen, die sich im Krummenhäger Weg/Ecke Dammstraße befindet. Diese Grundstücke erhalten dann dazu einen entsprechenden Negativbescheid von der Telekom.
  • Wann in Elmenhorst Baubeginn sein wird, werden wir Ende Mai erfahren.
  • Bei Verlegung der Glasfaserkabel wird das sogenannte „Trenching Verfahrens“ angewendet.
  • Bei noch offenen Fragen können Sie sich/könnt Ihr Euch gern an mich wenden oder an Herrn Dröse im Amt Miltzow (Tel. 038328/603238).

Dr. Wendorf
Bürgermeister

FOTO: Alexander Müller

Artikel der OZ (Lokal Grimmen) vom 27.03.2018