In Elmenhorst soll ab dem kommenden Jahr grüner Strom gewonnen werden.

Elmenhorst. Dort, wo die Agrargesellschaft Elmenhorst heute noch Getreide anbaut, wird sich im kommenden Jahr viel verändern. Auf einer Fläche von insgesamt 13 Hektar Land soll für schätzungsweise sieben Millionen Euro ein Solar-Park entstehen. Aus Elmenhorst kommend, wird er in Neu Elmenhorst linker Hand hinter dem Bahnübergang gebaut. Auf einer Länge von 1,3 Kilometern und etwa 100 Meter breit, säumt er dann die Bahntrasse und wandelt Sonnenenergie in Elektrizität um.

So effektiv wie drei Windräder, sei die geplante Solaranlage, beschreibt Torben Pütsch, Geschäftsführer der Agrargesellschaft Elmenhorst. Mit der gewonnenen Energie könnten 3300 Haushalte ein Jahr lang versorgt werden. „Dadurch, dass alle Beteiligten in die gleiche Richtung denken, wird unser Projekt schnellstmöglich umgesetzt“, sagt der 38-Jährige, der das Agrarunternehmen seit etwas mehr als zwei Jahren leitet. Trotz positiv beschiedener Bau-Voranfrage rechnet er aufgrund des umfangreichen Genehmigungsverfahrens allerdings erst Ende 2019 oder Anfang 2020 mit dem Baubeginn.

Für Elmenhorsts Bürgermeister Rudi Wendorf ist das Projekt in mehrerer Hinsicht attraktiv. Die Gemeindevertreter stehen allesamt hinter dem Solar-Park und stimmten während der jüngsten Sitzung einstimmig für das Vorhaben. „Auch wenn wir uns in der Vergangenheit strikt und erfolgreich gegen die Errichtung von Windrädern in unserer Gemeinde wehrten, stehen wir regenerativen Energien sehr offen gegenüber“, betont Rudi Wendorf. Windräder, die in einem Abstand von knapp 800 Metern zur nächsten Siedlung entstehen sollten, wollte er den Anwohnern Elmenhorsts nicht „antun“. Ein Solar-Park sei jedoch ein konsequenter Schritt in die richtige Richtung, wenn man künftig keinen Strom mehr aus Atomkraft- oder Kohlekraftwerken beziehen wolle. „Mit dem Park hat das kleine Elmenhorst seinen Teil für erneuerbare Energien getan.“

Und auch finanziell bringt der Plan der Agrargesellschaft dem Ort große Vorteile. Die Gewerbesteuer, die nach Errichtung des Solar-Parks fällig wird, bleibt in Elmenhorst und spült regelmäßige Einnahmen in die Haushaltskasse. „Als Bürgermeister bin ich natürlich sehr froh, dass sich ein ortsansässiges Unternehmen dieser Aufgabe stellt“, sagt Wendorf: „Dieses Projekt führt die Gemeinde und die Agrargesellschaft noch dichter zusammen.“

Die Fläche entlang der Bahnlinie eigne sich geradezu perfekt zur Nutzung eines Solar-Parks, weiß Pülsch. „Für die Errichtung von Flächen-Solaranlagen gelten strenge Regeln. Sie dürfen keine Belastung für die Natur darstellen. Aber da das geplante Areal durch die Nutzung der Bahn sowieso vorbelastet ist, gibt es keine Einwände“, erklärt Pülsch. Der Gedanke, die Fläche so zu nutzen, schwelte schon in den Köpfen von Bodo Pfeffer, der die Agrargesellschaft vor Torben Pülsch führte. Doch so dicht stand die Verwirklichung des Solar-Parks noch nie vor der Tür. 

Carolin Riemer

FOTO: CAROLIN RIEMER

Artikel der OZ (Lokal Grimmen) vom 06.02.2019

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