Etwa ein Drittel der knapp 37 000 angeschriebenen Hauseigentümer hat bisher nicht auf Angebot für einen kostenlosen Anschluss reagiert

Grimmen/Stralsund. Die Resonanz auf kostenlose Hochgeschwindigkeits-Internetanschlüsse im Landkreis Vorpommern-Rügen könnte nach Ansicht der Kreisverwaltung besser sein. Bisher hätten sich erst 65 Prozent der Menschen im Ausbaugebiet für einen Glasfaseranschluss in ihrem Haus entschieden. Der Anschluss wird von der Telekom kostenfrei verlegt. Insgesamt 36.800 Adressen seien angeschrieben worden, sagte Kreissprecher Olaf Manzke.

Der Ausbau des Netzes auf dem Festland des Landkreises durch die Telekom kostet mehr als 200 Millionen Euro. 118 Millionen Euro davon hat die Bundesregierung im Rahmen ihres entsprechenden Förderprogramms übernommen. Bis Ende 2019 soll der Ausbau abgeschlossen sein. Der erst kürzlich in den Ruhestand verabschiedete Landrat Ralf Drescher (CDU) hatte während der jüngsten Sitzung des Kreistages nochmals davor gewarnt, die Chance auf einen kostenlosen Glasfaseranschluss im Haus nicht zu nutzen. Drescher riet dazu, rechtzeitig auf entsprechende Briefe der Telekom zu reagieren.

„Ansonsten zieht die Karawane der Bautätigen weiter.“ Dann sei die Chance auf einen kostenlosen Glasfaseranschluss verpasst.

Die Kreisverwaltung hat in den vergangenen Tagen noch einmal fast 12000 Briefe verschickt und um Rückantwort bis Ende Oktober gebeten. Wer bis dahin nicht reagiere, müsse damit rechnen, die Kosten für einen nachträglichen Hausanschluss selbst tragen zu müssen, sagte der Breitbandbeauftragte des Landkreises, Wolfram Roehl. Derzeit berechnet die Telekom für einen Hausanschluss etwa 800 Euro. Nach Ansicht von Roehl trage ein Glasfaseranschluss zur Wertsteigerung einer Immobilie bei und werde in Zukunft genauso ein Ausstattungsmerkmal wie beispielsweise ein Trinkwasseranschluss sein.

Nach der Installation eines Hausanschlusses sind Hauseigentümer oder Mieter nicht verpflichtet, auch einen entsprechenden Nutzungsvertrag mit der Telekom abzuschließen.

Anfang des Jahres hatte es zunächst Verwirrung um die kostenlosen Hausanschlüsse gegeben. Hauseigentümer hatten eine magentafarbene Mappe, die von der Telekom flächendeckend verschickt worden war, für Werbung gehalten und zum Teil ungelesen entsorgt. In dem Schreiben war aber lediglich darüber informiert worden, dass Tiefbauarbeiten für den Breitbandausbau vorgenommen werden sollen. Und: Um von den neuen Infrastrukturen profitieren zu können, sei es erforderlich, die nötigen Haus- beziehungsweise Gebäudeanschlüsse einrichten zu lassen. Die Eigentümer hätten eine Genehmigung erteilen müssen, dass die Baufirmen im Auftrag der Telekom das Glasfaserkabel auf den Privatgrundstücken verlegen dürfen. Der Konzern soll sich angesichts der Baggerarbeiten in den Vorgärten zur Verlegung der Hausanschlüsse bereits durchaus auf Diskussionen eingestellt haben, wenn unter Umständen mal eine Zierrose weichen muss. Diese Arbeiten beginnen demnächst.

Derzeit wird in allen neun Projektgebieten, in die der Festlandteil des Landkreises eingeteilt ist, gearbeitet. Dem Landkreis zufolge seien bisher insgesamt 170 Tiefbau-Kilometer absolviert worden.

Insgesamt sollen rund 1000 Kilometer Glasfaserkabel unter der Erde und etwa 260 Kilometer als Freileitung verlegt werden.

Benjamin Fischer

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Artikel der OZ (Lokal Stralsund & Grimmen) vom 17.10.2018