Der Zwa Grimmen will 3,4 Millionen Euro im nächsten Jahr im Verbandsgebiet investieren.

Grimmen. Die Preise und Gebühren sind stabil und werden 2018 nicht erhöht. Das macht Eckhart Zobel, Geschäftsführer des Zweckverbandes für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung Grimmen (Zwag) auf Nachfrage gegenüber der OZ deutlich.

„Wir sind zufrieden mit der Entwicklung, haben jetzt in der Verbandsversammlung einen guten Jahresabschluss 2016 bestätigt“, sagte er. Die Entwicklung beim Wasserverkauf sei gut, da die Abnahmen durch Landwirtschaftsbetriebe und das Gewerbe steigen würden. Denn die Privathaushalte verbrauchen immer weniger Trinkwasser – einfach nur, weil es immer weniger Menschen sind, die im Verbreitungsgebiet des Zweckverbandes leben. „Diese negative Einwohnerentwicklung mit etwa minus ein Prozent pro Jahr macht uns zu schaffen“, sagt Zobel. Viele Ältere würden in die Städte ziehen, begründet er den Trend. Auch deshalb, sieht der Geschäftsführer schon etwas weiter in die Zukunft. Es werde zwar nicht im nächsten Jahr, aber irgendwann, eine Gebührenerhöhung beim Abwasser geben müssen. Zumal die Kosten stetig steigen würden, mehr als eine halbe Million Euro betragen beispielsweise die reinen Energiekosten des Verbandes im Jahr.

2018 soll im Verbandsgebiet kräftig investiert werden: 3,4 Millionen und damit noch einmal 400000 Euro mehr als in diesem Jahr. „Wir müssen“, sagt Zobel, „weil uns im Laufe der Zeit einfach einiges eingeholt hat.“ So wird es beispielsweise 2018 am Wasserwerk in Hohenwarth einen neuen Reinwasserbehälter mit zwei Kammern mit jeweils 1000 Kubikmetern Inhalt geben. Das Wasserwerk Müggenwalde wird neu gebaut und verschiedene Orte erhalten neue Trinkwasserleitungen. Dazu zählen die Strecke von Horst nach Gerdeswalde, Lüssow und Kakernehl. „Wenn davon Kosten für die Anwohner entstehen, werden sie vorher von uns angeschrieben und informiert“, verspricht Eckhart Zobel. Im Bereich Trinkwasser wird es mit der Stadt Grimmen nur eine Maßnahme in der Jahnstraße geben.

Beim Abwasser sei ein großer finanzieller Posten, der 2018 zu bewältigen sei, die Kanalsanierung – beispielsweise in Grimmen Südwest und auf dem Gelände des ehemaligen Erdölbetriebes. Für die Schlammentwässerung im Klärwerk Grimmen werde es neue Zentrifugen geben und die Sanierung des Abwasserpumpwerkes in der Grimmener Kirschenallee stehe auf dem Plan. Sowohl am Gebäude als auch bei der Technik müsse etwas getan werden, sagt der Geschäftsführer.

Im Bereich Regenwasser sieht Zobel großen Erneuerungsbedarf. „Aber leider unternehmen wir nur etwas in Grimmen, in der Stralsunder-/Badenstraße. Den Kommunen fehlt einfach das Geld“, bedauert er.

Etwa 40 Arbeitnehmer sind im Zwag tätig. „Wir sind mitten im Generationswechsel“, erzählt der Chef. In diesem Jahr seien drei im Verband ausgebildete Lehrlinge an die Stelle von drei Neu-Rentnern gerückt. Und auch 2018 soll wieder ein neuer Lehrling hinzukommen und außerdem die zusätzliche Stelle eines Systemadministrators geschaffen werden. „Grundsätzlich werden wir aber nicht alle frei werdenden Stellen wieder besetzen“, sagt Zobel.

Und was hat den Verband im noch aktuellen Jahr am meisten beschäftigt? „Der Regen“, sagt Eckhart Zobel. „Dadurch gab es ungewöhnlich viel Oberflächenwassereintrag und wir wissen noch nicht, ob durch den schnellen Durchfluss Schadstoffe ins Grundwasser gelangen.“ Außerdem seien die Bauarbeiten aufgrund der Niederschläge nicht wie geplant vorangekommen.


Zahlen und Fakten – der ZWAG im Überblick

12 Kommunen gehören zum Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung Grimmen, die dem Zwag die öffentliche Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung übertragen haben.

Verbandsangehörige Kommunen sind: Grimmen sowie die Gemeinden Glewitz, Splietsdorf, Wendisch Baggendorf, Papenhagen, Grammendorf, Deyelsdorf, Gransebieth, Sundhagen, Wittenhagen, Elmenhorst und Süderholz.

 

 

FOTO: ANJA KRÜGER

Artikel der OZ (Lokal Grimmen) vom19.12.2017