Als ihre Kinder, Enkel und Urenkel waren Elmenhorster Bürger am Sonntag, den 16. November wieder in und um die Kirche versammelt. Anlässlich des Volkstrauertages 2019 gedachten sie der Opfer der beiden Weltkriege und auch der Opfer vergangener und heutiger Gewaltherrschaften.

Es ist schon etwas Besonderes, wenn sich Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Elmenhorst, Gemeindevertreter und Gemeindevertreterinnen, unser Bürgermeister Dr. Rudi Wendorf, Gemeindeglieder und Kirchenälteste unserer Kirchengemeinde und unsere Pastorin Viviane Schulz zusammenfinden und gemeinsam dieses Gedenken und Erinnern gestalten.

In diesem Jahr wurde der Trauerkranz gemeinsam von Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, dem Bürgermeister und der Pastorin in die Kirche getragen und am Altar abgelegt. Und mit dieser Verbundenheit und diesem Miteinander setzte sich die anschließende Gedenkandacht auch fort. In einer Dialogpredigt beleuchteten Pastorin Viviane Schulz und Feuerwehr-Kamerad und Kirchenältester Stefan Kuhrt das weltweit bekannte Bild der „Stalingrad-Madonna“: von dem Arzt und Pfarrer Kurt Reuber für seine Kameraden zum Weihnachtsfest 1942 in Stalingrad gezeichnet. Mit Kohlestiften auf die Rückseite einer Russischen Landkarte gemalt brachte er damals zum Ausdruck, was Menschenleben noch heute zutiefst bewegt: das Ineinander von tiefster Dunkelheit, Verzweiflung, Aussichtslosigkeit und Tod und die Hoffnung, dass es da noch ein MEHR geben muss: ein Hoffen gegen die Vernunft, ein Vertrauen, dass das Licht, Leben und Liebe stärker sind als alle bösen Mächte dieser Welt.

Als die Kirchentür sich unter Orgelklang und Glockengeläut öffnete standen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Elmenhorst feierlich im Spalier bereit und empfingen und geleiteten die Gottesdienstgäste zum Kriegerdenkmal. Begleitet von Bläsermusik, einer Zeit der Stille und Worte des Totengedenkens durch Bürgermeister Dr. Rudi Wendorf und Pastorin Viviane Schulz wurde der Trauerkranz feierlich am Denkmal niedergelegt.

Mit Dankbarkeit für dieses eindrückliche Zeichen einer starken und miteinander verbundenen Dorfgemeinschaft verabschiedete man sich. Bis zum nächsten Volkstrauertag 2020!   

Pastorin
Viviane Schulz

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